2014

8. August 2015: Ein ungewöhnliches Interview

Wenige Wochen, nachdem im Budni-Kundenmagazin Perle ein sehr persönlicher Artikel über mich erschienen war, bekam ich eine Anfrage der NDR Radiopastorin Susanne Richter. Ob sie mich als Interviewpartnerin für die Sendung „Im Anfang war das Wort: Die Bibel“ gewinnen könne, in der bekannte und interessante Christenmenschen über einen Vers aus der Bibel oder eine Geschichte sprechen, die ihr Leben geprägt haben. Sarah Wiener beispielsweise habe über die Geschichte von der Speisung mit Manna zur Sorgsamkeit mit Ressourcen aufgefordert und Björn Engholm sprach über die Bedeutung der goldenen Regel im Mathäusevangelium als Grundlage im Dialog für den Weltfrieden.

 

Ich habe sehr gerne zugesagt, denn es gibt tatächlich einen Bibeltext, der mein Leben stark beeinflusst hat: Markus 9,23 "Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt".

 

Im Interview mit der sympathischen Radiopastorin erzähle ich aus meinem Leben und darüber, wie oft scheinbar Unmögliches gelingt, wenn man sich auf seine Träume und Ziele besinnt und im entscheidenden Moment auf die richtige Führung vertraut. Die Zusammenfassung des Gesprächs gibt es hier zum Nachhören: http://www.ndr.de/info/Heike-Koschyk,audio249958.html

16. Januar 2014: Verdammt ruhig geworden hier ...

Wer regelmäßig meine Beiträge liest, in denen ich auch von Recherchen oder Schreibprozessen erzähle, wird sich gefragt haben, ob ich denn an gar keinem Buch mehr arbeite. Doch, und wie, sogar an einer ganzen Serie! Allerdings nicht mehr unter meinem eigenen Namen – vorerst.

Ich habe es mir erlaubt, zu meinen Wurzeln als Krimiautorin zurückzukehren und dabei auf humorvolle Weise Themen einzubauen, die mir sehr am Herzen liegen: die französische Küche und eine ganz bezaubernde Landschaft, die Provence. Wen das neugierig gemacht hat, der erfährt unter dem Menüpunkt „Pseudonym“ mehr darüber. Allen anderen sei versprochen: Sollte in absehbarer Zeit auch wieder etwas unter meinem eigenen Namen erscheinen, werde ich es an dieser Stelle ankündigen. Ehrenwort.

2013

 

15. November 2013: "Die Alchemie der Nacht" in Italien

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Seit wenigen Tagen gibt es nun auch "Die Alchemie der Nacht" auf italienisch. "La loggia massonica delle tenebre" heißt es dort, und der Buchtitel lässt ahnen, dass mystische Historienkrimis in Italien gerade angesagt sind. Bereits im Sommer habe ich vor Ort eine Menge ähnlicher Cover gesehen, die alle auf der Erfolgswelle des italienischen Bestsellerautors Marcello Simoni mitschwimmen, dessen erstes Werk in 15 Sprachen übersetzt wurde. Ich bin gespannt, wie sich dieser Trend entwickelt und drücke meinem "Baby" beide Daumen!

 

22. September 2013: "Die Alchemie der Nacht" auf Kindle Platz 1!

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Seit vergangenem Freitag ist das eBook von "Die Alchemie der Nacht" Top-Deal der Woche. Bis zum 26. September um 23:59 Uhr kann man sich das Buch für € 3,99 auf allen bekannten Plattformen herunterladen.

 

Dass der Medizinkrimi auf Amazon innerhalb kürzester Zeit auf Platz 1 der Kindle-Charts stürmte, hat mich unglaublich gefreut. Und ich wünsche allen Lesern spannende Unterhaltung beim Eintauchen ins 18. Jahhundert. In eine Welt, in der sich Wissenschaftler und Studenten auf die Suche nach dem Allheilmittel machen, und dafür im Verborgenen experimentieren. Auch am lebenden Menschen ...

 

9. September 2013: Italien - Die Erfolgsgeschichte geht weiter!

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"La pergamena maledetta" geht in die 2. Runde: Der italienische Verlag Newton Compton verlegt das Taschenbuchformat unter der Rubrik "Bestseller und Bücher, die in keiner Bibliothek fehlen dürfen." Und auch "Die Alchemie der Nacht" wurde eingekauft.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Italien liebe? Lächelnd

 

10. Juni 2013: Benefizlesung für Hochwassergeschädigte Buchhandlungen

Die Solidarität für die Hochwassergeschädigten Regionen ist groß, auch die Buchbranche macht mobil. "Autoren helfen Buchhändlern" ist das Motto der von Heidi Rehn und Micaela Jary gegründeten Initiative, die Benefizlesungen zugunsten in Not geratener Buchhandlungen organisiert. EIne Idee, die ich gerne unterstütze!

Am Freitag, den 14. Juni um 20 Uhr lese ich gemeinsam mit den Autoren Katryn Berlinger, Micaela Jary, Maren Winter, Andreas Liebert und Sylvia Lott in der Buchhandlung Am Markt, Bardowicker Str. 1, Lüneburg.

Der Erlös geht an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels im Börsenverein.

15. April 2013: "Die Alchemie der Nacht" jetzt als Taschenbuch erhältlich

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Ab heute ist mein historischer Medizinkrimi "Die Alchemie der Nacht" auch als Taschenbuch erhältlich.

 

Hoerzu.de schrieb hierzu: "Spannender Historienkrimi über die Irrwege der Medizin und die Entwicklung der Homöopathie“. Und die Gala urteilte: "Heike Koschyk kann man getrost in einem Atemzug mit Historien-Queen Rebecca Gablé nennen."

 

Ich wünsche meinen Lesern spannende Unterhaltung!

 

19. Februar 2013: Veranstaltungshinweis: Medizingeschichte von Hildegard zu Hahnemann

Am 21. Februar habe ich eine Beneziflesung der besonderen Art. In der Kirchengemeinde St. Peter (Hamburg-Groß Borstel) wird die Geschichte der Medizin noch einmal aufgerollt. Vom Aderlass über die Kräuterheilkunde hin zu alchemistischen Experimenten: Der Bogen vom 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit umfasst die Entwicklung der Heilkunde über die Jahrhunderte, erzählt von Wissenswertem und Kuriosem.

"Von Hildegard von Bingen zu Samuel Hahnemann" heißt die Veranstaltung, bei der ich auch Passagen aus der Biografie "Hildegard von Bingen - Ein Leben im Licht" und aus dem Medizinkrimi "Die Alchemie der Nacht" lese.

Der Eintritt ist frei, Spenden an die Gemeinde erwünscht.

Beginn: 19:30
Ort: Kirchengemeinde St. Peter, Borsteler Chaussee 139, 22453 Hamburg

15. Februar 2013: Der Duft der Aphrodite 3 Tage gratis zum Download

Es gibt einen Roman, der eine ganz besondere Bedeutung für mich hat, denn ich schrieb ihn in einer sehr wichtigen Zeit: "Der Duft der Aphrodite".

 

Diesen Kriminalroman begann ich im Jahr 2001, als ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Ich hatte gerade einen Parfumkurs in Grasse absolviert und brannte darauf, meine Eindrücke in einem Provence-Krimi zu verarbeiten. Damals nutzte ich jede freie Minute, um mich an den Computer zu setzen und die Geschichte um den geheimnisvollen Duft niederzuschreiben. Nach der Geburt arbeitete ich aus Zeitnot auch mal mitten in der Nacht, denn ich lebte einen ganz besonderen Traum: Endlich eine richtige Schriftstellerin sein!

 

Schon damals hatte es mir Spaß gemacht, eine Kriminalhandlung mit historischen Elementen zu verknüpfen. Zum ersten Mal spürte ich, dass in der Vergangenheit ein ganz besonderer Zauber liegt. Welch Glücksmoment, als der Krimi einen großen Verlag fand! 2004 erschien Der Duft der Aphrodite bei Fischer Taschenbuch. Doch er lief in den hinteren Reihen und versank recht schnell im Nirvana des unendlichen Buchhandels.

 

Heute, mehr als zehn Jahre später, bin ich Autorin historischer Kriminalromane und lasse meine Geschichten ausschließlich in vergangenen Jahrhunderten spielen. Der Duft der Aphrodite war der erste Schritt, meinem Traum näher zu kommen. Und daran möchte ich Sie gerne teilhaben lassen:

 

Vom 15. - 17. Februar gint es den Provence-Krimi hier gratis zum Download.

 

Viel Spaß und spannende Unterhaltung!

17. Januar 2013: Die Alchemie der Nacht bald auch als Taschenbuch

Fans des Taschenbuchs können sich freuen: Ab dem 15. April gibt es den erfolgreichen Medizinkrimi "Die Alchemie der Nacht" auch im handlicheren Format.

Wer die Geschichte um das Rätsel des allheilenden Lebenselexiers noch nicht kennt, kann sich hier einen ersten Eindruck verschaffen: Zur Leseprobe

 

Hoerzu.de schrieb hierzu: Spannender Historienkrimi über die Irrwege der Medizin und die Entwicklung der Homöopathie“. Und die Gala urteilte: Heike Koschyk kann man getrost in einem Atemzug mit Historien-Queen Rebecca Gablé nennen.

15. Januar 2013: Die neue Website ist online!

Wochenlang wurde getextet, abgestimmt und angepasst. Nun ist es endlich soweit: Meine Homepage hat ein neues Gesicht bekommen! Dank Nadine König und David Nassery von Communicators, die meine Vorstellungen grandios umgesetzt haben.

Ihnen, liebe Leser, wünsche ich ganz viel Spaß damit, und ein wundervolles Jahr 2013!

2012

 

17. Dezember 2012: Pergamentum jetzt auch in Italien

Den historischen Krimi um die Geheimsprache Hildegard von Bingens, der Lingua Ignota, gibt es seit Ende Oktober auch in Italien. „La pergamena maledetta“ heißt es nun. Der Verlag Newton Compton hat ein sehr atmosphärisches Cover entwickelt und sogar einen Buchtrailer produziert. Der Erfolg zeigte sich prompt. Über Wochen war der Titel in den Top 100 der iTunes-Downloads, zeitweilig sogar auf Rang 1 der Krimicharts!

 

6. Dezember 2012: Ken Follet und die lustigen Nonnen

Was hat sich Ken Follet nur dabei gedacht? Die Darstellung der Hildegard von Bingen in seiner Dokumentation „Starke Frauen des Mittelalters“ war unfassbar trashig und historisch alles andere als korrekt. Von pseudo-modernen Ausdrücken wie „Champions League“ oder „Top-Management“ der Kirche und einer poppigen Musikuntermalung („Girls just wanna have fun“) mal ganz abgesehen. Eine jugendliche Hildegard-Schauspielerin stupst einer anderen Darstellerin neckisch an die Nase, dann Szenen eines Liebesspiels, denn die Heilige wisse angeblich mehr darüber …  Zum Gruseln.
Allen wahren Hildegard-Interessierten empfehle ich den Besuch der Website der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard oder die Lektüre der Biographie „Hildegard von Bingen – Ein Leben im Licht“.

22. November 2012: Ken Follets Reportage “Starke Frauen des Mittelalters”

Im April diesen Jahres erhielt ich einen Anruf von Tilman Remme, Regisseur und Produzent für Story House Productions. Ob ich mir vorstellen könne, als Biografin der Hildegard von Bingen einiges zum Leben der Heiligen zu erzählen? Natürlich, das konnte ich.

 

Dass es sich um eine Fernsehproduktion von Channel4 UK und Sat1 im Rahmen der Verfilmung von Ken Follets Besteller “Die Tore der Welt” handelt, erfuhr ich erst am nächsten Tag. Bereits eine Woche später saß ich im Auto auf dem Weg in den Rheingau.

 

 

Die Filmarbeiten begannen in den Ruinen des Klosters Disibodenberg, wo Hildegard 38 Jahre als Nonne lebte. Fluglärm und Regen erschwerten die Aufnahmen, ein ums andere Mal wiederholte ich den Text in der Hoffnung, die Pausen zwischen den störenden Geräuschen zu erwischen. Ab Mittag wurde es besser, bald hatten wir schöne Szenen aus der ehemaligen Klause und dem Infirmatorium, dem klösterlichen Krankenhaus.

 

 

Für die zweite Aufnahme war ursprünglich ein Interview auf der Fähre von Rüdesheim nach Bingen geplant, doch das anhaltend nasskalte Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. So fuhren wir direkt in die Kirche des ehemaligen Klosters der Grafschaft Sponheim, aus deren Familie Hildegards Meisterin Jutta stammte.

 

 

Der Dreh war eine ganz besonders interessante Erfahrung und es hat viel Spaß gemacht, auch Dank des netten Teams um Tilman Remme. Das Ergebnis ist am Dienstag, den 4. Dezember um 22:30 Uhr in Ken Follets Reportage “Starke Frauen des Mittelalters” auf Sat1 zu sehen.

 

***

 

Edit am 4. Dezember: Mit Verlaub, die Sendung war völliger Trash. Historisch unkorrekt und voller Effekthascherei. So, wie man Hildegard von Bingen in der Reportage darstellen wollte, war sie ganz sicher nicht. Aber die englische Biografin Fiona Maddocks und ich haben unsere Sache gut gemacht. Den Rest übernahm der Sprecher ...

21. Oktober 2012: Eine turbulente Zeit

Die Monate September und Oktober waren wohl die turbulentesten dieses Jahres. Hatte ich mich im Sommer daran gewöhnt, mich in meinem neuen Schreibbüro einzuigeln, um in aller Ruhe zu arbeiten, so gab es nun mehrere Anlässe, das vertraute Terrain zu verlassen und quer durch Deutschland zu reisen.

 

Den Auftakt machte ein Live-Interview auf hr2, moderiert von Alf Haubitz, in dem ich gemeinsam mit meinem Autorenkollegen Alf Leue über die Herausgeberschaft zum Gemeinschaftsroman „Die vierte Zeugin“ erzählte. Aber nicht nur die Entstehungsgeschichte war hier von Interesse, auch so manches Klischee vom Historischen Roman musste revidiert werden. Denn den Historischen Roman gibt es meiner Meinung nach nicht. Wer dieses Genre nur auf einen kleinen Bereich festzurren oder sich gar in fruchtlosen Diskussionen um E(rnst) und U(nterhaltung) die Köpfe heißreden möchte, der sollte einen Blick auf die Bandbreite der deutschen Literatur werfen. Vom Liebesroman über Krimis und Thriller bis hin zum hochliterarischen Werk – all das findet man auch unter dem Mantel des Historischen wieder. Und es ist gerade diese Vielfalt, die es zu etwas ganz Besonderen macht!

 

Dies nur als kleiner Randbereich des sehr unterhaltsamen Interviews. Zum Nachhören unter Heike Koschyk live.

 

Einer der wichtigsten Termine war die Buchpremiere von „Die vierte Zeugin“ in Köln, zu der sich elf der zwölf Autoren angekündigt hatten. Am Tag der Ankunft hatten Alf und ich noch ein Interview im Domradio, nachmittags ging es dann zur Besichtigung des Historischen Archivs. Dank Dr. Stefan Lafaire und der Archivpädagogin Monika Frank bekamen wir (Titus Müller, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Katrin Burseg, Marlene Klaus, Alf Leue und ich) einen Einblick in die Arbeit der Restauratoren.

 

Und das Schönste: Wir durften “unsere” Akte bestaunen, die Grundlage des Gemeinschaftsromans war!

 

Mehr dazu: http://www.autorenkreis-quovadis.de/archives/6673

 

Das Zwölf Apostel schien uns das ideale Restaurant, um mit allen inzwischen angereisten Autoren des Gemeinschaftsromans Essen zu gehen. Zumal es nicht nur einen symbolträchtigen Namen hat, sondern auch nahe des Schauplatzes der Romanhandlung lag. Einige der Mitautoren kannten wir nur aus Telefongesprächen und Mails, und so waren wir sehr gespannt auf das Treffen. Es war ein ganz großartiger Abend mit vielen interessanten Gesprächen.

 

Dass wir innerhalb des Schreibprojekts zu einer wundervollen Gemeinschaft zusammengewachsen waren, zeigte sich auch am nächsten Tag. Noch im Hotel wurden die 12 Exemplare signiert, die wir der Stiftung Stadtgedächtnis spenden wollten. Dann gingen wir gemeinsam in Richtung Historisches Rathaus, wo Oberbürgermeister Jürgen Roters und Dr. Stefan Lafaire von der Stiftung Stadtgedächtnis uns erwarteten.

 

„Mit dem Historischen Roman ‚Die vierte Zeugin‘ haben Sie sich in kreativer Weise für die Arbeit der Stiftung Stadtgedächtnis eingesetzt. Dank Ihrer Hilfe konnte eine Urkunde aus dem 16. Jahrhundert restauriert werden, die für Sie die Basis für einen spannenden Roman bildet. Sie sind Botschafter für das Kölner Stadtarchiv“, bedankte sich OB Roters beim Autorenkreis Quo Vadis und den Autoren vor der versammelten Presse. Ein bewegender Moment!

 

Am Ende unterzeichneten wir insgesamt 90 Bücher für Leser, Journalisten und Unterstützer der Stiftung Stadtgedächtnis!

 

Alle Informationen zur Buchpräsentation: http://www.autorenkreis-quovadis.de/archives/6757

 

Weiter ging es noch am selben Tag nach Oberursel, zum Treffen des Autorenforums Montségur. Alf und ich stellten beim Powerleseabend „Die vierte Zeugin“ vor, am Samstag gab es dann einen Blick hinter die Kulissen. Wie plant man einen Gemeinschaftsroman und welche Fallstricke gilt es zu umgehen?

 

Genossen habe ich auch die Gespräche mit anderen Autoren und so fuhr ich höchst motiviert nach Hause. Im Gepäck Ideen für eine eBook-Serie und neue Inspirationen zum gerade entstehenden historischen Psychothriller.

 

Die Frankfurter Buchmesse ist immer ein kleines Highlight. Ich genieße es jedes Jahr aufs Neue, durch die Gänge zu gehen, mich von den aktuellen Trends beflügeln zu lassen, mit Kollegen die neuesten Informationen austauschen.

 

 

Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Alf Leue, Miriam Semrau (Krimimimi) und Carsten Tergast, den kurzen Moment mit Ken Follet und über das Treffen mit Tanja Kinkel, die nicht nur klug ist, sondern auch sehr witzig!

 

Zurück in Hamburg gab es dann eine ganz tolle Nachricht:

 

Mein Roman „Die Alchemie der Nacht“ ist für den Sir Walter Scott-Preis 2012 nominiert und gehört damit zu den besten zehn Historischen Romanen der vergangenen zwei Jahre.

 

Ja, es ist eine turbulente Zeit. Aber auch eine wunderschöne. Und bevor ich mich wieder in meinem Schreibbüro einigel, freue ich mich auf die nächste Reise – zur Historica 2012 nach Billerbeck.

 

Edit: Da mein WordPress-Programm ein wenig spinnt und keine Bildunterschriften mehr zulässt, hier die Copyright-Hinweise für die Fotografen:
Fotos Buchpräsentation im Rathaus: Philipp Müller. Foto Buchmesse mit Tanja Kinkel: Jana Kay

23. August 2012: Die vierte Zeugin

„Authentisch, spannend, rätselhaft – ein großes Lesevergnügen“, so lautet das Urteil von Bestseller-Autorin Rebecca Gablé. Und tatsächlich: „Die vierte Zeugin“, soeben im Aufbau Verlag erschienen, ist ein besonderer Roman und ein Buch mit einer ganz besonderen Historie. „Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 beteiligte Quo Vadis sich an den Restaurierungskosten einer alten Gerichtsakte“, erläutern die Herausgeber Heike Koschyk und Alf Leue die Idee zum Buch. „Der darin geschilderte Fall der Kölner Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff bildet nun den Stoff für einen spannenden Mittelalterkrimi.“ Zwölf Meister ihres Genres, von Koschyk und Leue mit einem detaillierten Projektexposé versorgt und mit Einsatz und Leidenschaft dirigiert, haben den dramatischen Gerichtsprozess zu neuem Leben erweckt. Ihr dramaturgischer Kniff: „Jeder Autor hat zwei Kapitel geschrieben. Und zwar aus der Perspektive einer Figur der Geschichte“, so die Herausgeber. So kommen etwa die Angeklagte, ihr Anwalt, der Richter und Zeugen zu Wort. „Am Ende ergibt sich ein fortlaufender und mitreißender Roman.“

 

Nichts ist so, wie es scheint

 

Die Handlung spielt in Köln im Jahr 1534. Die schöne Tuchhändlerin Agnes Imhoff steht urplötzlich vor dem Nichts. Ihr verstorbener Mann hat ihr nur Schulden hinterlassen, und ein Londoner Geschäftsmann klagt sie des Betruges an. Als sie ihre Unschuld beweisen will, verstrickt sie sich in einem Netz aus tödlichen Intrigen und politischen Ränkespielen.

 

„Faszinierend daran war, dass der Fall als eine Art Referenzurteil angesehen wurde, in dessen Entscheidung sich sogar der deutsche Kaiser und die englische Königin Maria Stuart eingemischt haben“, erläutern Koschyk und Leue über die Brisanz der Geschichte. „Scheinbar ging es lediglich um eine Ladung Stoff aus Antwerpen und den Streit zweier Kaufleute, doch dahinter stecken Liebe, Mordverdacht, Betrug und Ketzerei. Alles historisch belegbar, ein Krimi also, den das Leben schrieb.“

Bis zuletzt bleibt der Fall rätselhaft und undurchsichtig – selbst für die Autoren, deren Recherchen einen veritablen Gerichtsskandal zutage förderten. „Für mich war es spannend, die psychologischen Hintergründe und Absichten aller Figuren in diesem Buch mitverfolgen zu dürfen und wieder einmal zu erfahren, dass oft nichts so ist, wie es scheint“, sagt etwa Autorin Martina André (alias Agnes Imhoff). Und Autor Titus Müller (alias Erzbischof von Schaumburg) ergänzt: „Was mir an Adolf von Schaumburg am meisten gefallen hat, ist sein schlechtes Gewissen.“

 

www.viertezeugin.de

 

Der Roman und die Autoren:

Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina André, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk (Hrsg.), Lena Falkenhagen, Alf Leue (Hrsg.), Katrin Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus

 

„Die vierte Zeugin“
historischer Roman
Taschenbuch, 400 Seiten
Aufbau Verlag, 2012
9,99 €

Text: Katrin Burseg, Pressesprecherin Autorenkreis Quo Vadis

11. Mai 2012: Papst Benedikt XVI. erhebt Hildegard von Bingen zur Heiligen

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) war eine der bedeutendsten Frauen des deutschen Mittelalters. Eine Frau mit starkem Wesen und charismatischer Ausstrahlung, die die Menschen mit flammenden Einsatz für ein christliches Leben in ihren Bann zog und sich dabei nicht scheute, selbst Päpste, Kirchenfürsten, ja selbst den gefürchteten Kaiser Friedrich Barbarossa in die Schranken zu weisen.
Was ist es, das die Menschen bis in die heutige Zeit fasziniert? Was beeindruckt uns an dieser Frau, die gleichzeitig als Heilige und Heilkundige verehrt wird?

 

Bereits als 3-jährige empfängt Hildegard Visionen und empfindet die Botschaften des Göttlichen mit einem natürlichen Selbstverständnis. Sie erschrickt zutiefst, als sie später erkennt, dass es anderen nicht so ergeht.
Mit acht Jahren wird sie als das zehnte Kind einer Adelsfamilie aus dem Geschlecht Bermersheim an Jutta von Sponheim zur frommen Erziehung und Ausbildung gegeben und bezieht mit ihr sechs Jahre später die neu errichtete Frauenklause am Benediktinerkloster Disibodenberg. Das Empfangen von Visionen wahrt sie als Geheimnis, bedeckt all die wundervollen Bilder und Botschaften mit Schweigen – bis zu der Zeit, in der Gott es offenbaren will.

 

Erst 1141, mit 42 Jahren, ist der Zeitpunkt gekommen. Hildegard, inzwischen zur Lehrmeisterin gewählt, umfängt ein feuriges Licht, das ihren Körper durchströmt. Mit einem Mal erschließt sich ihr der Sinn der Schriften und sie vernimmt deutlich den Auftrag: „Schreib, was du siehst und hörst.“ Es entsteht ihr erstes Werk, „Scivias – Wisse die Wege“, in dem sie die gewaltigen Dimensionen und Hintergründe der Schöpfung und der Erlösung beschreibt.
Die Schriften beeindrucken nach anfänglicher Zurückhaltung auch den einflussreichen Abt Bernhard von Clairvaux, an den sich Hildegard ratsuchend wendet. Auf der Synode in Trier setzt er sich beim Papst Eugen III. für sie ein. Der Papst selbst liest, nach eingehender Prüfung ihrer Sehergabe, die Visionsschriften vor den versammelten Kardinälen vor und erteilt Hildegard damit die höchste kirchliche Anerkennung. Das ist der Beginn ihres öffentlichen Engagements, dem Auszug aus dem zurückgezogenen Lebens des Kloster Disibodenberg, mitten hinein in das Zentrum kirchlicher und politischer Macht.

 

Nun endlich auch erhält sie die Unterstützung, gegen den erbitterten Widerstand der Mönche, aus dem Schatten der mächtigen Männerabtei herauszutreten und mit ihren 18 Nonnen ein eigenes Kloster zu gründen.
An der Stelle, an der in einem kleinen Heiligtum des Heiligen Rupertus gedacht wird, entsteht das Kloster Rupertsberg, das rasch zum Anziehungspunkt für Rat- und Hilfesuchende wird. Sie empfängt Bischöfe und Kaiser, Fürsten und Bauern. Für jeden hat sie ein offenes Ohr und die richtigen Worte.

 

Auf dem Rupertsberg entstehen weitere, unvergängliche Werke, in denen Hildegard die Welt als Kunstwerk Gottes beschreibt. Der Mensch als Teil eines großen Makrokosmos, in dem alles miteinander verbunden ist und nichts geschieht, ohne das andere zu beeinflussen. In dessen Inneren sich all das widerspiegelt, was er Außen erfährt. Hildegard schreibt von der Heilung kranker Menschen durch Hinwendung zum Glauben und mit Hilfe von Heilkräften, die Gott in die Natur gelegt hat.
Durch einen umfangreichen Briefwechsel mit Päpsten, Bischöfen und Herrschern nimmt sie mit unerschrockener Direktheit, aber auch humorvoller Großherzigkeit weitreichenden Einfluss auf kirchliche und politische Belange. Unzählige Geistliche mahnte sie zu mehr Glaubwürdigkeit und weniger Gefallsucht und predigt in ausgedehnten Missionsreisen öffentlich die Hinwendung zu Gott und dem Geist Gottes in der Schöpfung.
Hildegard wird 81 Jahre alt. Als sie am 17. September 1179 stirbt, erstrahlt am Himmel ein helles Lichtkreuz.

 

Der Antrag zur Kanonisation wurde erst 1228 gestellt und niemals durchgesetzt. Erst im September 2010 setzte Papst Benedikt XVI. ein erstes Zeichen, als er sie als „Prophetin von großer Aktualität und Gesandte Gottes sowie als weise Frau, die wach und mutig die Zeichen der Zeit erkannte“ bezeichnete. Am 10. Mai 2012 teilte die vatikanische Heiligsprechungskongregation mit, dass der Papst die Mystikerin und Äbtissin zur Heiligen der Unniversalkirche erhoben hat.
Aus Hildegard von Bingen, seit Jahrhunderten als Volksheilige verehrt, ist eine Heilige geworden.

 

Die Biographie “Hildegard von Bingen – Ein Leben im Licht” ist erschienen im Aufbau-Verlag.

 

Weiterführende Links:

Radio Vatikan

Abtei St. Hildegard

7. März 2012: Vom historischen Kriminalfall zum Gemeinschaftsroman

tl_files/HeikeKoschyk/galerie/4.Alf-Leue.jpgSeit Anfang des vergangenen Jahres arbeiten mein Autorenkollege Alf Leue und ich als Herausgeber des neuen Gemeinschaftsromans des Autorenkreises Quo Vadis. Nun sind beinahe alle Beiträge eingegangen, Cover und Titel stehen fest, die Arbeit neigt sich dem Ende zu. In sechs Wochen ist Abgabe.
Wie sieht die Arbeit eines Herausgeberteams aus und welchen Vorteil hat das Konzept eines Perspektivenromans?

Diese und weitere Fragen stellte uns Katrin Burseg (ganz herzlichen Dank!), Pressesprecherin von Quo Vadis in einem Interview, das sie für die Homepage des Autorenkreises schrieb und welches ich hier in voller Länge abbilde.

 

„Ein Krimi, den das Leben schrieb“

 

Heike Koschyk und Alf Leue sind die Herausgeber des vierten Gemeinschaftsromans, den Quo Vadis zusammen mit dem Aufbau Verlag im Herbst 2012 veröffentlicht. In „Die vierte Zeugin“, so der Arbeitstitel, beschreiben zwölf Meister des historischen Genres einen historischen Kriminalfall, der im 16. Jahrhundert ganz Köln in Atem hielt. Mit dabei sind unter anderen Oliver Poetzsch, Tanja Kinkel, Titus Müller und Peter Prange.

 

Quo Vadis: Ein historischer Kriminalfall, zwölf Autoren, zwölf Protagonisten: Mit „Die vierte Zeugin“ habt ihr ein ehrgeiziges Projekt aus der Taufe gehoben. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet?

 

Heike Koschyk, Alf Leue: Wir haben analysiert, was bei den vorangegangenen Romanen dieser Reihe gut und was nicht so gut gelaufen ist. Beispielsweise wurde von den Lesern kritisiert, dass die Beiträge durch stilistische Brüche innerhalb einer integrierten Romanhandlung zu zerrissen wirkten. Da dies aber bei zwölf Autoren nicht ausbleibt, sondern eine logische Konsequenz zwölf verschiedener Stile ist, haben wir uns für einen Perspektivenromans entschieden. Dafür haben wir ein sehr umfangreiches Projektexposé entwickelt, in dem Figurenbeschreibungen, historische Hintergründe, detaillierte Karten, der Plot und sogar ein Storyboard Einzug gefunden haben. Dieses wurde auf einem eigens für die Autoren eingerichteten Server bereitgestellt und nach jedem Beitrag aktualisiert. So wollten wir gewährleisten, dass der Plot trotz größtmöglicher stilistischer Freiheit der Autoren im Ganzen stimmig bleibt.

 

QV: Der Roman basiert auf einem authentischen Kriminalfall. Wie seid ihr darauf aufmerksam geworden?

 

HK, AL: Grundlage für den Roman bildet ein historisches Dokument, das durch die Einnahmen der von Tanja Schurkus im Jahre 2009 initiierten Quo-Vadis-Benefizlesungen restauriert werden konnte. Es handelt sich dabei um eine alte Kölner Gerichtsakte. Faszinierend daran war, dass zum einen auch nach 500 Jahren Zweifel blieben, was sich tatsächlich zugetragen hat und zum anderen, dass der Fall als eine Art Referenzurteil angesehen wurde, in dessen Entscheid sich sogar der deutsche Kaiser und die englische Königin Maria Stuart eingemischt haben. Eigentlich ging es nur um eine Ladung Stoff aus Antwerpen und die Geschäftsfähigkeit von Ehefrauen, doch dahinter steckte weit mehr politische Brisanz, als es den Anschein machte: Liebe, Mordverdacht, Betrug, Ketzerei – alles historisch belegbar. Ein Krimi, den das Leben schrieb.

 

QV: Für den Roman habt ihr eine besondere Form gewählt, jeder Autor schildert den Fall aus der Sicht eines Protagonisten. So kommen etwa Kläger und Beklagte, Richter und Anwalt sowie Zeugen zu Wort. Was ist der Vorteil dieses Konzeptes?

 

HK, AL: Durch die direkte Perspektive der Protagonisten wird dem Leser der Fall Agnes Imhoff (original: Agnes im Hove) auf unterschiedliche Weise nahegebracht. Das erzeugt ein hohes Maß an Spannung: Ist die Angeklagte so unschuldig, wie manche glauben, oder ist sie eine Betrügerin und am Ende sogar Schuld am Tod ihres Mannes? Für die Autoren selbst bedeutet diese Vorgehensweise eine Arbeitserleichterung, denn der Verfasser muss seinen Beitrag nicht erst schreiben, wenn er alle anderen gelesen hat. Das macht terminlich freier und bedeutet für alle denselben Vorbereitungsaufwand.

 

QV: Inzwischen ist ein Großteil der Texte bei euch eingelaufen – geht euer Plan auf?

 

HK, AL: Theorie und Praxis sind ja bekanntlich zwei paar Schuh. Dennoch funktioniert unser Konzept erstaunlich gut und das nicht nur wegen einer intensiven Planung, sondern auch, weil sich alle Beteiligten darauf einlassen. Die eingegangenen Beträge verdichten sich mehr und mehr zu einer spannenden Geschichte. Es macht Spaß, das Ganze wachsen zu sehen. Die Qualität der eingereichten Beiträge ist sehr hoch, was nicht verwundert, wenn man einen Blick auf die beteiligten Autoren wirft.

 

QV: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Autoren und Persönlichkeiten?

 

HK, AL: Wenn man so ein Projekt auf dieser Basis plant, geht man davon aus, dass die beteiligten Autoren Team-Player sind. Glücklicherweise haben alle das Gesamtprojekt als Ziel vor Augen. Es gibt natürlich unterschiedliche Auffassungen und Bereitschaften und uns als Herausgeber fällt bisweilen auch eine mediale Aufgabe zu. Aber das lief bisher sehr gut und wir haben immer im Konsens eine Lösung im Sinne des Projektes gefunden, wenn es zu Diskussionen kam.

 

QV: Was fasziniert euch besonders an dem Gemeinschaftsprojekt?

 

HK, AL: Die Möglichkeit, mit so vielen hochkarätigen Autoren ein gemeinsames Projekt umzusetzen und die historische Grundlage, auf dem dieses Projekt fußt. Zudem können wir mit dem Roman einen wichtigen Beitrag leisten: Das Augenmerk auf die unzähligen Archivalien lenken, die nach dem Zusammensturz des Kölner Archivs noch immer auf Spenden zur Restaurierung warten.

 

QV: Gibt es Überraschungen, etwa Entwicklungen im Plot, die zu Beginn so nicht absehbar waren?

 

HK, AL: Nein, der Plot ist gut geplant, aber natürlich gab es hinsichtlich der Figurenentwicklung die eine oder andere Wendung, die wir im Storyboard anpassen mussten, denn dies lag ja im Ermessen der jeweiligen Autoren. Überraschend wird es vor allem für den Leser, der die eingebauten Winkelzüge und Entwicklungen nicht kennt.

 

QV: Der Roman soll im Herbst erscheinen, für die Buchpräsentation plant ihr einen Event in Köln. Was könnt ihr heute schon verraten?

 

HK, AL: Laut Verlag erfolgt die Auslieferung an den Buchhandel am 1. Oktober 2012, und wir stehen mittlerweile in engem Kontakt mit der „Stiftung Stadtgedächtnis“, die für das Sammeln von Spenden für die Restaurierung der beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahre 2009 zerstörten Dokumente verantwortlich ist. Mit dem Vorstand der Stiftung sind wir in der Vorplanungsphase für eine gemeinsam ausgerichtete Präsentation mit allen beteiligten Autorinnen und Autoren. Wenn etwas Neues zu berichten gibt, posten wir die Infos auf unserer facebook-Projektseite „Aus 12 Federn“.

 

QV: Hand aufs Herz: Wie viel Zeit und Energie habt ihr bislang in das Projekt investiert, und würdet ihr so etwas noch einmal machen?

 

HK, AL: Wir investieren sehr viel Zeit (mehrere hundert Arbeitsstunden!), Herzblut, Leidenschaft und Engagement in die Umsetzung des Romans und es macht auch unglaublich viel Spaß, so ein besonderes Projekt realisieren zu dürfen. Dennoch war der Aufwand überproportional groß. Antwort: Nein, so ein Projekt würden wir zu diesen Konditionen nicht mehr machen.

 

QV: Was wünscht ihr euch für den Roman?

 

HK, AL: Den Erfolg, den er verdient hat und eine höchstmögliche Aufmerksamkeit für die Arbeit der Stiftung Stadtgedächtnis in Köln.

 

Der Gemeinschaftsroman: „Die vierte Zeugin“ (AT) erscheint am 1. Oktober 2012 im Aufbau Verlag. Mit dabei sind: Martina André, Caren Benedikt, Katrin Burseg, Lena Falkenhagen, Tanja Kinkel, Marlene Klaus, Heike Koschyk (Hrsg.), Alf Leue (Hrsg.), Titus Müller, Oliver Pötsch, Peter Prange und Ulf Schiewe. Mit einem Nachwort von Tanja Schurkus.

25. Januar 2012: Die Buchpremiere

Am Silvesterabend habe ich mir geschworen, mich nicht mehr in meiner Arbeit zu verzetteln. Der regelmäßige Leser dieses Blogs kennt diverse Aufzählungen meiner Aufgaben und es kamen stetig neue hinzu.
In diesem Jahr allerdings soll das alles anders werden, so habe ich mit Blick auf den bunten Silvesterhimmel geschworen. Ich lerne, „Nein“ zu sagen, auszumisten und vor allem die Dinge zu tun, die auf meiner Liste ganz oben stehen. Zum Beispiel endlich über die Buchpremiere von “Die Alchemie der Nacht” berichten, die bereits im Oktober stattfand:

 

Die Veranstaltung sollte genau auf das Buch zugeschnitten sein und wo kann man einen Medizinkrimi zwischen Aberglaube und Wissenschaft besser inszenieren, als in den Gewölben des historischen Eiskellers Hamburg? Tage vorher schleppten wir Tische und Stühle über zwei Treppen in die Tiefe, dekorierten Kerzen, Spinnweben, Efeu und rote Samtvorhänge, stellten einen Totenkopf auf das Lesungspult. Die Musiker übten alte Studentenlieder ein, Zigeunerweisen oder einen Choral. Das bestellte Buffet trug den Namen „alchemistisch“ und sollte den Beweis antreten, dass man auch mit ungewöhnlich gewürztem Essen verzaubern kann. Ich feilte mit Sprechtrainerin Annalena Schmidt an meinem Ausdruck und kaufte ein nachtblaues Kleid, über dessen Aussehen via Facebook und Twitter abgestimmt wurde.

 

Und dann war es soweit …

 

Eine Lesung vor hundertzwanzig Gästen inklusive Live-Übertragung via LovelyBooks? Man kann sich vorstellen, dass ich nervös war. Wie nervös, das sah man gleich zu Beginn, als ich die Zuhörer mit ausgeschaltetem Mikrofon begrüßte und es dann, als es endlich Ton hatte, sogleich wieder vom Ständer fallen ließ. Aber je länger ich las und aus dem 18. Jahrhundert erzählte, desto stärker übertrug sich die positive Stimmung der Gäste. Die Vergangenheit wurde plötzlich greifbar! Musik und Text ließen Bilder entstehen, im Saal herrschte aufmerksame Stille. Schließlich stellte Karla Paul die Fragen der LovelyBooks-Leser und sie zu beantworten, hat einen unglaublichen Spaß gemacht!

 

Hatte ich doch tatsächlich kurz vor der Premierenlesung gesagt, das mache ich bestimmt nie wieder? Ich korrigiere mich. Die nächste Buchpremiere kommt bestimmt. Dazu allerdings muss das nächste Buch geschrieben sein. Ein weiterer wichtiger Punkt auf meiner Liste …

 

Mehr Bilder des Abends gibt es auf meiner Facebook-Seite.

 

Das Video zur Buchpremiere:

 

2011

 

16. Oktober 2011: Meine Buchmesse-Highlights 2011

Die Buchmesse ist immer ein ganz besonderer Jahres-Höhepunkt. Was kann es schöneres geben, als durch die Gänge zu gehen, sich an den unzähligen Büchern zu berauschen und sich mit Autorenkollegen und anderen Buchliebhabern zu treffen? Drei Tage lang war ich in Frankfurt und ich habe jeden einzelnen genossen.

Mittwoch, 12. Oktober

Gemeinsam mit meinem Autorenkollegen Alf Leue besuchte ich das Flamingoprojekt von Literatwo. Ich bewundere es sehr, mit welchem Herzblut sich Binea & Mr. Rail der Literatur in all ihren Facetten widmen. Daumen hoch!

 

Donnerstag, 13. Oktober

Eines der vielen besonderen Momente dieses Tages war das Wiedersehen mit Miriam Semrau (@krimimimi33), mit der ich nicht nur die Leidenschaft für gute Bücher teile, sondern auch die für Sushi. Und zu meiner Freude hat das Sushiko am Schweizer Platz eine selten gute Auswahl japanischer Köstlichkeiten!

 

Freitag, 14. Oktober

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Autorenkreises Quo Vadis. Mit den beiden Sprecherinnen Marion Henneberg und Susanne Wahl war ich in meiner Funktion als Marketingleiterin unterwegs. Das Jahr 2012 bringt viele neue Kooperationen, Events und Neuigkeiten, von der ich auf der Homepage des Autorenkreises nach und nach berichten werde. Ganz besonders schön war das Autoren- und Lesertreffen auf dem Stand des Gmeiner-Verlages!

 

Ja, und da gab es noch etwas, das sich auf der Buchmesse konkretisierte und mich mit ungebremster Spannung und freudiger Erwartung ins nächste Jahr blicken lässt. Aber davon zu berichten ist es noch nicht an der Zeit …

5. Oktober 2011: Ruhe vor dem Sturm

Für einen Schriftsteller gibt es nichts Aufregenderes, als die Veröffentlichung eines Werkes. Mir geht es nicht anders.

 

Über Monate habe ich den Plot entwickelt, Fäden geknüpft und mich einem Schreibrausch hingegeben, der mich auslaugte, antrieb, beflügelte. Ich war in Unibibliotheken und auf Friedhöfen, habe mich in die Tiefen der alchemistischen Literatur begeben, die Behandlung Wahnsinniger studiert und Erstaunliches über die Medizin im 18. Jahrhundert gelernt. Wie veredelt man Marzipan? Und was trieb Hahnemann zur Homöopathie?

 

Nun ist es fertig, liegt in der Druckerei, bereit zur Reise in den Buchhandel. Ich halte inne. Ruhe vor dem Sturm oder Sturm vor der Ruhe?

Werden die Leser meinen Roman annehmen, die Figuren, deren Hoffnung, Liebe, Leid? Werden sie das Buch verschlingen, das Kopfkino sehen, das ich Ihnen anbiete?

Ich wünsche es mir. Euch allen viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

Nachtrag am 16. Oktober: Die Belegexemplare sind angekommen! Ein schönes Gefühl …

 

23. August 2011: Die Entstehung eines Buchtrailers

Ich muss zugeben: Ich bin stolz. Ja, stolz auf eines meiner Werke und, nein, es ist kein Buch. Ich bin stolz auf den neuen Buchtrailer zu “Die Alchemie der Nacht” und ich hoffe, ich darf das so offen sagen, denn im Allgemeinen bin ich eher ein bescheidener Mensch.
„Der Trailer ist die Visitenkarte des Buches“, heißt es inzwischen; in der Verlagsbranche wie auch im Netz. Und noch bevor ich das Buch beendet hatte, wusste ich, dass es einen Trailer verdient. Eine Kleinigkeit, dachte ich und freute mich auf die Produktion.
Es gab Tage, da hätte ich das Konzept am liebsten in der Luft zerrissen, wie die Seiten eines schlechten Romans. Statt dessen habe ich Szenen in meinen Computer getippt und wieder gelöscht. Storyboards entworfen und wieder verworfen. Wie presst man ein ganzes Buch in eineinhalb Minuten?

 

Um den Zuschauer und hoffentlich künftigen Leser emotional zu berühren, braucht man gute Musik. Es gibt etliche gute Plattformen, die einem gemafreie Sounds anbieten. Die meisten Werke klingen nach Heimorgel und es dauert Tage, um die echten Perlen herauszufischen. Hat man endlich das passende Stück gefunden, werden die Bilder ergänzt, zumeist von einer der großen Online-Bildagenturen, die auch Videos anbieten. Der Rest wird gescannt oder selbst gedreht und es entsteht eine kunterbunte Collage, die langsam Form annimmt.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man süchtig wird. Tag und Nacht vor dem Computer sitzt, Sequenzen im professionellen Schnittprogramm zusammenstellt, Szenen schneidet und Tonspuren harmonisiert. Wer hätte gedacht, dass sich das teure Fechtgeräusch auch ganz leicht mit der Aufnahme wetzender Messer nachstellen lässt! Und passen die vor Jahren gespeicherten Geräusche einer laufenden, schwer atmenden Frau nicht genau in die Stelle, wo die Kamera in wilder Fahrt durch den Wald zoomt?
Mit einmal ging alles wie von selbst. Dank der freundlichen Vermittlung meines Autorenkollegen Alf Leue bekam ich den Kontakt zum Schauspieler und Moderatoren Martin L. Schäfer, der eine ganz wundervolle Stimme hat und dem Trailer den letzten Schliff gab.
Nun ist er fertig und ich freue mich, ihn Euch vorzustellen. Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim AnsehenLächelnd

 

15. Juni 2011: Über die Recherche vor Ort. Ein Geständnis …

Ich muss Euch ein Geständnis machen: Wenn ich einen historischen Roman schreibe, besuche ich den Ort erst, nachdem das Manuskript bereits fertig ist.

„Das geht ja gar nicht“, höre ich einige von Euch rufen. „Wie will man denn sonst die dortige Stimmung, die Gebäude und Schauplätze beschreiben?“
Ja, aber genau das ist es doch! Ich schreibe Geschichten aus dem 12. oder aus dem 18. Jahrhundert. Und ich habe Angst, enttäuscht zu werden, um meine Fantasie betrogen, wenn ich inmitten einer Stadt stehe, in der Leuchtreklamen blinken und mit gläsernen Fassaden um die Aufmerksamkeit des Besuchers buhlen. Was nützt mir ein verfallener Rest Stadtmauer zwischen H&M, einem türkischen Schnellimbiss und der chemischen Reinigung?

 

Als ich über Jena schrieb, der Stadt, in der „Die Alchemie der Nacht“ spielt, hatte ich einen Stapel alter Reisebeschreibungen aus dem 18. Jahrhundert auf dem Schreibtisch. Daneben Briefe damaliger Studenten, die Eindrücke ihrer Stadt nach Hause schickten, das umfangreiche Werk eines Botanikers, der die umgebende Flora und Fauna mit größter Bildhaftigkeit schilderte, einen farbigen Stadtplan aus dem Jahr 1758.
Meine Fantasie schlug Purzelbäume. Ich hatte alles vor meinem inneren Auge: Das Straßenpflaster, die Fassaden der Häuser, den Anatomieturm, die wildherbe Landschaft des Rauhtals. Was würde davon übrig bleiben, wenn ich mich im Jena der heutigen Zeit wiederfand?

 

Als ich die Stadt vergangene Woche besuchte, wusste ich: Es war genau die richtige Entscheidung, dies erst jetzt zu tun!

Wo früher enge Gassen der Altstadt lagen, waren ganze Straßenzüge verschwunden und hatten einem glänzenden Turmbau Platz gemacht, davor ein riesiger Parkplatz. Kopfsteinpflaster wurde zu Asphalt, der Anatomieturm ein Stumpf, mit Graffiti besprüht; das ehemalige Universitätsgebäude verbaut. Auf dem Weg zur Saalbrücke passierte ich Waxstudio und Tatooshop. Meine Heldin lief plötzlich die Gassen entlang, mit einem Coffee to go-Becher in der Hand, an Nordseefisch vorbei zu ihrer WohnungZwinkernd

 


Nein, mein Jena habe ich nicht wiedergefunden. Dafür eine moderne Studentenstadt mit zeitgemäßem Charme. Der neu gestaltete Marktplatz ist wirklich sehenswert. Und welcher Student darf schon in einem Schloss lernen, in dem sogar Goethe residierte?

Schließlich gab es am Ende ein paar Ecken, für die sich die Reise dann doch gelohnt hat: Das große Haus mit Kiesplatz, in dem einst Hufeland gewohnt hatte. Der alte Friedhof, über den er in meinem Roman gerannt war, um seinen Freund vor dem Tod zu retten, die alte Kirche mit den Efeuranken. Auf dem Weg durch die umliegenden Wälder bis hin zum Fuchsturm, vor dem sich früher Studenten duellierten, staunte ich über die Schönheit der Landschaft, die bereits in jenen alten Briefen beschrieben worden war, die während des Schreibens auf meinem Tisch lagen.

 

Endlich spürte ich ihn: den Hauch der Geschichte.

 

Zurück in Hamburg. Vor mir liegen die Seitenumbrüche der Druckfahne, eine letzte Chance zur Korrektur. Aber alles ist gut so, wie es ist. Und ich würde es jederzeit wieder so machen.

 

5. Mai 2011: Abenteuer Herausgeberschaft: Projekt Gemeinschaftsroman

Mit Schrecken stelle ich fest, wie lange ich nicht mehr aus meinem Autorenalltag erzählt habe. Aber der aufmerksame Leser weiß, dass ich Ende März Abgabetermin meines neuen Romans „Die Alchemie der Nacht“ hatte, der am 7. Oktober bei Rütten & Loening erscheint.   Inzwischen ist die Arbeit nicht weniger geworden. Meine Aufgabe als Marketingleiterin beim Autorenkreis Quo Vadis hat viel Zeit in Anspruch genommen, ebenso ein wundervolles Projekt, das mich bereits seit Monaten beschäftigt und nun endgültig Gestalt annimmt:   Der neue Gemeinschaftsroman des Autorenkreises Quo Vadis, der im Herbst 2012 im Aufbau Verlag erscheint. Er basiert auf einem Dokument, das beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs verschüttet worden war und für dessen Restaurierung Mitglieder des Autorenkreises im April 2010 in deutschlandweiten Benefizlesungen gesammelt haben. Diese Urkunde ist Teil eines Gerichtsverfahrens, das im 16. Jahrhundert ganz Köln in Atem hielt und seine Kreise bis in die europäischen Königshäuser zog.   Zwölf Autorinnen und Autoren arbeiten an einer Geschichte. Das bedeutet zwölf Schreibstile, zwölf Ideen, zwölf Sichtweisen … Damit die unterschiedlichen Herangehensweisen für den Leser Sinn ergeben, haben sich mein Mitherausgeber Alf Leue und ich etwas ganz Besonderes erdacht: Der Gemeinschaftsroman ist ein Perspektivenroman! Bis auf die AutorInnen, die Prolog und Epilog schreiben, erhalten alle eine ganz eigene Figur, die sie mit Leben füllen: mit Aussehen, Charakter, Motivationen und Vergangenem. In den jeweiligen Kapiteln werden sie aus deren Sicht das Gerichtsverfahren verfolgen und immer wieder Zweifel an den tatsächlichen Motiven der Angeklagten wecken.   Nachdem Alf und ich über Monate ein beinahe 100-seitiges Projektexposé mit Einteilung der Figuren, historischen Hintergründen, Plotbeschreibung und Storyboard erstellt haben, sind nun auch die Figurenausarbeitungen der einzelnen AutorInnen bei uns angelangt und mitsamt den hinzugekommenen Nebensträngen in eine Figurenkartei eingebaut. Es ist wirklich großartig, welche Gedanken sich jeder Einzelne gemacht hat! Aus dem Gerüst der Herausgeber ist eine wunderbare, komplexe Handlung entstanden, die nun bis zum März 2012 niedergeschrieben wird.   Den Anfang macht Ulf Schiewe, in dessen ersten beiden Kapiteln ein Anwalt zu Wort kommt, der die Angeklagte verteidigen soll. Doch hält er diese wirklich für unschuldig?   Und hier alle AutorInnen, die in diesem Projekt mitwirken (in alphabetischer Reihenfolge): Martina André Caren Benedikt Katrin Burseg Lena Falkenhagen Tanja Kinkel Marlene Klaus Heike Koschyk (Hrsg.) Alf Leue (Hrsg.) Titus Müller Oliver Pötzsch Peter Prange Ulf Schiewe   Das Nachwort schreibt die Organisatorin der Benefizlesungen Tanja Schurkus.   Was für ein Team! Ich freue mich auf die kommenden Monate und auf jedes einzelne Kapitel dieser wunderbaren KollegInnen.Lächelnd

8. Januar 2011: Ein Koschyk bei Aldi: Lust oder Frust?

Nun, eigentlich befinde ich mich in einer erweiterten Phase der Schreibklausur. Aber eine Meldung hat mich zwischen aktuell drängendem Manuskript und anstehender Plotentwicklung zum Gemeinschaftsroman doch dazu bewogen, meine Enthaltsamkeit zu verlassen: Heike Koschyk gab es in der Woche vom 20. Dezember auch bei Aldi.
Meine Freude darüber hält sich in Grenzen. Natürlich war ich positiv überrascht, als mein – vor rund zehn Jahren erschienener – Krimi „Der Duft der Aphrodite“ noch einen Verlag fand, den mein Agent als „seriösen Wiederverwerter“ ankündigte. Die Edition Nova sei beständig auf der Suche nach guten Romanstoffen, die sich in einer Stückzahl von 10.000 + verkaufen ließen. Aber dass mein alter Krimi einmal zwischen Konsalik und Stephan Frey zu einem Preis von € 1,99 bei Aldi landet, das hätte ich mir nie träumen lassen.
Nicht, dass ich mich dort niemals blicken ließe. Ich liebe die wunderbar zarten Hähnchenfilets oder den unverschämt guten Krabbensalat. Aber eines meiner abgelegten Werke, verramscht zwischen Badetüchern und digitalen Bilderrahmen?
Ich bin gespannt, was Ihr dazu sagt. Ein Koschyk bei Aldi: Lust oder Frust?

2010

 

8. Dezember 2010: Schreibklausur

Manchmal lasse ich mich gerne ablenken. Heute zum Beispiel. Da sitze ich zwischen Buchtürmen mit klangvollen Titeln, wie „Logenbrüder, Alchemisten und Studenten“ oder „Medizin der Goethezeit“ und statt die gewonnenen Erkenntnisse in meinen neuen historischen Krimi einzubauen, schau ich rasch in die Twitter-Timeline, lasse mich von interessanten Artikeln treiben und stelle fest, dass ich meinen Blog ein wenig verwaisen lasse.
Aber: Ich bin in Schreibklausur!
Nach den Vorbereitungen für „Bonsoir Histoire“, der Frankfurter Buchmesse, den Vorarbeiten an einem Gemeinschaftsroman, dessen Mitherausgeberin ich bin (ja, Ihr habt richtig gelesen, aber dazu ein anderes Mal mehr), nach der Historica in Karlsruhe, diversen Autorenportraits auf der Facebookseite des Autorenkreises Quo Vadis und diverser anderer spannender Projekte, läuft meinem Manuskript die Zeit davon.
Ich igele mich also wieder ein, lasse mich auf den Text ein, verfolge wunderbare Handlungsstränge und schwelge in einer Zeit, in der man mit Hilfe von Elektrisierapparaten versuchte, Tote zu erwecken und Organe für mechanische Geräte hielt.
Sollte ich also vor dem Fest nicht wieder auftauchen, wünsche ich Euch heute schon:
FROHE WEIHNACHTEN!

30. Oktober 2010: Das Schreiben, die Musik und der Wein

Ich habe eine sehr emotionale Berg- und Talfahrt hinter mir. Beruflicher Natur. Sie hatte einige Tage angehalten und einen unglaublichen Kreativitätsschub entfacht. Einmal, weil die Situation am Ende viel Positives gebracht hat und zum anderen, weil man als Schriftsteller ja gerne jede Emotion nutzt, um sie gleich zu Papier zu bringen.
Im geschilderten Fall mündete dieses in einer Manuskriptszene, die ich lange vor mir her geschoben habe. An die ich mich nicht herantraute, weil sie zu wichtig war. Und weil die dazu gehörigen Emotionen irgendwo vergraben lagen.
Enttäuschung, Zorn, Freude, Stolz, Liebe … All das sind Dinge, die man nur dann plastisch beschreiben kann, wenn man sie zu empfinden bereit ist. Nur so kann man den Leser packen, ihn in eben jene Emotionen versetzen, ihn mitfühlen lassen.
Manchmal muss man sich dafür vergangene Gefühle ins Gedächtnis rufen, denen man sich nur ungern nähert. Mir gelingt das am besten abends. Mit einem Glas guten Wein (den ich ansonsten nur am Wochenende trinke) und passender Musik.
Bei der besagten Szene musste ich nichts hervorholen, wohl aber verstärken, bevor es vor lauter Harmonie wieder in den Abgrund des Vergessens sank.
Ein guter Syrah und „Allein allein“ von Polarkreis 18 haben die Szene perfektioniert.
Da soll mal jemand sagen, das Schreiben sei nur Arbeit …

12. Oktober 2010: Zurück zur Buchmesse

Wer noch nie auf einer Buchmesse gewesen ist, der sollte wissen, dass man am Ende des Tages Blessuren mit sich trägt, als hätte man eine Bergwanderung hinter sich gebracht. Endlose Märsche zwischen den Hallen, über den Platz, treppauf, treppab. Vom blauen Sofa ins Lesezelt, zum Restaurant Aubergine oder ins Café Literatur, dann in die Hallen 3 oder 4, zu den Interviews der ZEIT und der FAZ, durch die vielen Stände der Aussteller, die einem zahlreiche Buchneuheiten präsentieren. Muskelkater und Blasen sind vorprogrammiert, selbst bei flachen Schuhen (die ich allerdings nur ersatzweise in einer Werbetüte spazieren getragen habe …) Aber diese Blessuren sind nebensächlich, verblassen neben dem Gewonnenen. Denn diese Tage sind wunderbar und äußerst wertvoll!

 

Es ist nicht nur das direkte Eintauchen in den Literaturbetrieb, der einen die Trends des Buchmarktes erfahren und über kuriose Randerscheinungen staunen lässt, es ist vor allem der Kontakt mit Verlagen und KollegInnen, LeserInnen und BloggerInnen, der diese Tage zu einem besonderen Erlebnis macht.
Meine Highlights waren neben dem Wiedersehen von Programmchef Reinhard Rohn vom Aufbau Verlag und meinem Agenten Dirk R. Meynecke die Gespräche mit den AutorenkollegInnen. Darunter Lena Falkenhagen, Katrin Burseg, Petra Schier (@petralit), Titus Müller, Carsten Tergast, Richard K. Breuer (@dschun) und Peter Prange, der sich als sehr sympathisch und unkompliziert erwies.
Mit Miriam Semrau (@krimimimi33 – nicht nur klug, sondern auch witzig und nett) habe ich feststellen müssen, dass sich seit dem vergangenen Jahr viel getan hat im Bereich des Social Media. Waren 2009 um die 25 Twitterer beim freitäglichen Twittagessen gemeldet, trugen sich in diesem Jahr über 70 ein, so dass das Treffen kurzerhand bei sonnigem Wetter nach draußen verlegt wurde.
Besonders gefreut habe ich mich, Bianca Raum (@Binea_BlogLB) und Arndt Stroscher (@Mr. Rail_BlogLB) persönlich kennenzulernen. Ebenso Gesine von Prittwitz (@pundp – ehemalige Studienkollegin von Peter Prange, die Welt ist ja bekanntlich klein) und Wiebke Ladwig (@sinnundverstand), deren Krönung zur Mrs. BookFair ich leider nur noch via Twitter verfolgen konnte, da ich mich bereits auf dem Weg von der Messe befand.
Unverkennbar auch der Antiquar Philipp Weinbrenner (@DonBrandy), dessen Avatar mich anfangs ein wenig fürchten ließ, der sich im Real Life aber als äußerst menschenfreundlich zeigte und wohl auch wegen dieser spannenden Mischung zum Mr. BookFair gekrönt wurde.

 

Manch eine Begegnung hätte ich mir noch gewünscht. Dazu gehören:
Sebastian Fitzek, dessen Auftritt auf dem blauen Sofa ich leider um wenige Minuten verpasst habe.
Meine Namensvetterin Heike Huslage-Koch vom @Lesekreis, die während des Twittagessens am Zeit-Stand lauschte.
Holger Ehling, der standhaft beteuerte, er habe sich gar nicht vor mir und Carsten Tergast verstecken wollen …
Ricarda Ohligschläger (@herzgedanke), die zur Buchmesse kam, als ich schon wieder auf der Heimreise war, unser Treffen findet daher im November in Hamburg statt.
Gerne hätte ich auch Petra van Cronenburg (@buchfieber) kennengelernt, die sich nur ungern von ihrer Arbeit trennen wollte. Aber vielleicht können wir die Grande Dame der Literaturblogs überzeugen, im nächsten Jahr nach Frankfurt zu kommen? Nach der Messe ist ja bekanntlich vor der Messe ;-)

 

Ja, diese Buchmesse war spannend, auch im Hinblick auf ein neues Projekt, das ich ab 2011 mitbetreuen werde, wenn das Manuskript zu meinem nächsten historischen Krimi abgegeben ist. Soviel sei verraten: Es wird ebenfalls im Aufbau Verlag erscheinen. Mehr dazu demnächst auf dieser Seite …

 

20. September 2010: Bonsoir Histoire

Vor Kurzem fragte mich meine Autorenkollegin Katrin Burseg, ob ich mir gemeinsame Lesungen mit ihr und Maiken Nielsen vorstellen könne. Na klar, das konnte ich. Schließlich sind beides tolle Frauen und Autorinnen.
Zwischen Sushi- und Käseplatten erdachten wir uns klangvolle Namen wie „Trio Infernale“, „Pretty in Books“ oder „Writers Night“. Ja, wir haben viel gelacht, aber es ist auch etwas großartiges daraus entstanden.

“Bonsoir Histoire” heißt das unterhaltsame Programm, das die Lesung zum Event machen soll. Unter dem Motto „Drei Frauen. Drei Romane. Drei Jahrhunderte.“ wollen wir die Zuschauer sowohl visuell als auch auditiv in die Vergangenheit entführen: Tödliche Intrigen im Hamburg des 19. Jahrhunderts, das Rätsel des Christentums im Rom des 17. Jahrhunderts und das mysteriöse Vermächtnis der Hildegard von Bingen im Deutschland des 12. Jahrhunderts. Man darf mehr erwarten als die klassische „Wasserglas-Lesung“ …
Den Auftakt macht die Buchhandlung Stories! in Hamburg. Wer unsere Event-Lesung live erleben möchte, sollte sich den 4. November frei halten und rechtzeitig reservieren.

Neugierig geworden? Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack: Das “Making of” unseres Fotoshootings am vergangenen Sonntag. Ich wünsche gute Unterhaltung!

 

14. September 2010: Die Späße des Herrn Goethe

Habe ich einen eigenartigen Humor? Wahrscheinlich. Denn letzte Woche musste ich über eine absonderliche Anekdote, die mir während der Recherchen begegnet ist, so herzlich lachen, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte. Also: viel Vergnügen!
(Und schlagt sie mir bitte nicht allzu kräftig um die Ohren, wenn sie Euch zu derb ist … Zwinkernd )

„Einmal (…) machte man Einsiedel, der gern lang im Bett blieb, aus geriebenen und eingerührtem Pfefferkuchen eine Sauce unter den Hintern ins Bettuch, weckte ihn nun und schrie auf ihn, als einen Bettverunreiniger, los. Er sprang auf, zog das besudelte Hemde aus und verfolgte damit neckend alle Leute im Hause. Goethe warf unterdessen das Bettuch durch ein Loch in die Unterstube und brüllte: Seht die Sau!“
(Aus: Karl August Böttiger: „Literarische Zustände und Zeitgenossen“)

Apropos Anekdoten: Wusstet Ihr, dass Schiller halb verfaulte Äpfel in seiner Schublade hielt, weil der Geruch ihn inspirierte? Also, eines kann ich Euch versichern: meine Inspirationsquellen sind eher unspektakulär. Nämlich Musik, die Schönheit der Natur, die ganze Bandbreite der menschlichen Emotionen und gut geschriebene Bücher. Und Pfefferkuchen? Na ja …

3. September 2010: Bin ich von gestern?

Als ich auf dem Weg von Italien bei der Familie meines Mannes pausierte, beseelt von einer äußerst interessanten Buchbegegnung in einem italienischem Antiquariat, wurde mir wieder einmal bewusst, wie flüchtig vergangene Werte und Geschichten manchmal sind.
An jenem Wochenende fand im Dorf einer der größten Märkte Bayerns statt und neben Kittelschürzen und Bürsten, Bier und gerösteten Mandeln, gab es auch einen etwas abseits gelegenen Stand mit alten Büchern.
Während ich mich in Kochbücher und Naturbeschreibungen aus vergangenen Jahrhunderten vertiefte, näherte sich ein Paar und zeigte ein auffallendes Interesse an den ausliegenden Gebetbüchern. „Wie viel mag man für so ein Buch wohl bekommen?“, fragte der Mann den Verkäufer und erzählte von einem ererbten Gebetbuch aus dem 18. Jahrhundert, das einst seiner Urgroßmutter gehörte.
Der Verkäufer sagte, es käme auf den Zustand des Buches an und schätze es auf höchstens 100 Euro.
Der Mann verzog den Mund. „Na, dann ist es ja nicht viel wert.“
Nicht viel wert? Für eine Frau vor über 200 Jahren lagen in diesen Seiten Kummer, Freude, Trauer, eine ganze Lebensgeschichte. Kann man den Wert eines Buches, eines Familienerbstückes, nur in Euro bemessen?
Es geht noch schlimmer. Als ich acht Jahre alt war, verstarb mein Großonkel. Zu Lebzeiten aktiver Freimaurer, besaß er eine große Bibliothek. Einen ganzen Raum gefüllt mit Büchern, die man heute vorschnell als esoterisch bezeichnen würde. Er war kaum unter der Erde, da bestellte der Sohn einen Container, in den er alle Bücher hineinwarf und zur Müllhalde fahren ließ, um die Wohnung so schnell als möglich zu räumen. Es waren hunderte Bücher. Sorgsam ausgewählt. Gelesen, verinnerlicht und nun weggeworfen. Eine ganze Lebensphilosophie …
Im letzten Jahr fand ich ein Buch auf dem Altpapiercontainer, offenbar das einer soeben verstorbenen Frau. Ein Buch aus den Zeiten des Krieges, mit Widmung. Ich habe es mitgenommen und auch ein wenig darin gelesen. Ich mag alte Bücher, die Sprache, die mehr über eine Mentalität einer ganzen Generation verrät, als jedes Geschichtsbuch. Ich mag den Geruch alter Bücher, habe Ehrfurcht, wenn ich in ihnen blättere. Ja, auch ich werde mir bald ein eBook zulegen, denn es wird mir die Recherche auf Stichpunkt erleichtern. Nein, ich bin nicht von gestern. Aber ich respektiere und achte Vergangenes.

Auf dem besagten Markt habe ich übrigens zwei Bücher aus dem frühen 18. Jahrhundert erstanden. Eines davon ist aus der Klosterbibliothek eines inzwischen aufgelösten Klosters. Für mich ein Schatz! @Ramona: Um noch einmal auf Deine Frage zurückzukommen, ob ich in Italien auch Recherchen betrieben hätte? Ja, aber eher zufällig. Vor Jahren hatte mich ein ganz bestimmtes Gebäude interessiert, über das ich schon immer einen historischen Roman schreiben wollte. In dem wundervollen Antiquariat in Riva, das Bücher bis ins tiefe Mittelalter besitzt, fand ich zwei Reisebeschreibungen aus dem 19. Jahrhundert mit ausführlicher Erwähnung eben dieses Gebäudes und der gesamten Umgebung. Also: Das nächste Romanprojekt stehtLachend

19. August 2010: Weiter im Text!

Sechs Wochen Sommerferien. Eine schöne Zeit, keine Frage, ich habe sie sehr genossen. Aber sechs Wochen sind ganz schön lang. Da drückte der Abgabetermin, wollten Gedanken aufgeschrieben, Romanhandlungen weitergesponnen, Hintergründe recherchiert werden.
Und so pendelte ich zwischen Ostsee, Hamburg und Italien; zwischen Meer, Terrasse und Kaffeebar. Genoss die intensive Zeit mit der Familie ebenso wie die Schreibzeit des Nachts, wenn die Kinder schliefen.
Ich habe gekniffelt, Beachball gespielt und bin durch Pfützen gestapft. Habe in den Pausen einen gut sortierten Rechercheordner durchgearbeitet und Ideen in den Reiselaptop getippt.

Jetzt sitze ich wieder am Arbeitsplatz, genieße die Stille, den Kaffee. Nichts, was den Schreibfluss hemmt. Weiter im Text. Im Real Life, auf Facebook oder Twitter: Ich bin wieder da!

1. Juli 2010: Ein Arbeitsplatz irgendwo in Hamburg …

Heute traf mich ein Stöckchen, geworfen von meinem lieben Autorenkollegen Richard K. Breuer aus Wien. Er wolle sehen, wie der Arbeitsplatz einer norddeutschen Autorin so aussieht. „Einen Blog hat sie auch“, hat er geschrieben, „Und einen Schreibtisch sowieso.“ Aber da muss ich ihn wohl ein wenig enttäuschen. Denn mit einem Schreibtisch an sich kann ich leider nicht dienen. Noch nicht.

Nein, einen richtigen Arbeitsplatz kann man das wirklich nicht nennen, eher eine Lesecke mit Sessel und Beistelltischchen. Nachdem ich aus dem Kellerbüro, in dem ich ohnehin nur archivierte (sprich: auf engstem Raum hortete – die Bilder davon erspare ich Euch), einen Stock höher ins helle Wohnzimmer gezogen bin, suche ich nach einem passenden Schreibtisch nebst Stuhl. Ehrlich gesagt tue ich das inzwischen bereits seit mehr als zwei Jahren und wenn ich auf meinen geschundenen Rücken höre, sollte ich die Suche langsam erfolgreich beenden.
Doch vielleicht will ich es auch gar nicht ändern. Es ist äußerst gemütlich, inspirierend. Hinter mir ein Regal mit Büchern, die ich gerne lese und andere, in denen ich zur Zeit recherchiere. Die Aktenordner mit den Kopien aus diversen Quellen und Schriften stehen im untersten Fach. Ach, was brauche ich Stifte oder Tacker. Nur der Laptop, der Schreibwahn und ich …

Zugegeben, etwas an diesem Bild ist gefaked: Die Kaffeetasse. Ich bin nicht nur bekennend kaffeesüchtig sondern während des Schreibprozesses geistig manchmal ein wenig abwesend, sprich schusselig. Daher steht die Kaffeetasse immer auf der Fensterbank. In Reichweite, doch außer Gefahr für Laptop und Bücher. Ach ja, ein iPhone habe ich natürlich auch. Aber das passte wegen der Kaffeetasse nicht mehr auf den Tisch ;-)

So, lieber Richard, das war’s aus meinem „Arbeitszimmer“. Ich belasse das Stöckchen gleich mal in Norddeutschland und werfe weiter zu unserem Kollegen Carsten Tergast, der auf seinem neuen Blog zwar ein Bild vom Arbeitsplatz zeigt, den eigentlichen Schreibtisch aber hübsch verdeckt.

Wer sich ein Bild der vorherigen Schreibtische machen möchte, die sich per Stöckchen offenbarten, kann das unter den folgenden Links tun:

 

• JustAboutLife
• MacTomster
• Guennersen
• AdMartinator
• Janette Müller
• Rosenblut
• Andi Licious
• Macreloaded
• Roman Keller
• Keyblog
• Apfel.cc
• Michael Heugl
• brainstorming
• Foxy’s Blog
• Richard K. Breuer

 

Nachtrag am 3. Juli:
Da mein geschätzter Kollege das Stöckchen erst mit einiger Verzögerung fangen kann, werfe ich ein zweites Stöckchen zu Wortmeer, deren Blog sowohl aus poetischer als auch aus fotografischer Sicht eine echte Perle ist!

30. Juni 2010: Von Kritik und Manipulation

Ich bin ein großer Fan von Autorennetzwerken und habe im wahren Leben einige sehr nette KollegInnen kennen gelernt. Doch es gibt auch Autoren (und hier schließe ich die weibliche Form mit ein), denen ich lieber nicht über den Weg laufen möchte: Den Bösen, Stutenbissigen, denen jegliches Lob im Halse stecken bleibt und für die das Wörtchen „Mitfreuen“ ein Fremdwort ist.
Dass es eine Autorin gibt, die sich gleich mehrere Konten auf Amazon anlegte, um andere äußerst böse zu denunzieren und sich selbst in den Himmel zu loben, ist ja bereits kalter Kaffee. Seit Kurzem aber scheint es Kollegen zu geben, die sich in Leserunden einloggen, um die Werke der Konkurrenten mit abfälligen Bemerkungen nieder zu machen. Die sich hinter anonymen Avataren verstecken, um die öffentlich Mitlesenden gegen das vorliegende Werk aufzuwiegeln.
Hier geht es nicht mehr um Geschmacksfragen, man kann es ohnehin nicht allen recht machen. Nein, ganz systematisch werden Bücher in der Luft zerrissen, Autoren bloß gestellt, abgerechnet.
Wir kennen es bereits aus der Politik, in der Literatur war mir das neu. Gut, selbst beim renommierten Bachmann-Preis werden Texte von Juroren in Stücke gerissen, aber sollte diese wunderbare Branche tatsächlich auch in Leserforen zum Haifischbecken verkommen? Sind Autoren, die über Monate viel Arbeit, Kraft und Herzblut in ohnehin schlecht bezahlte Texte stecken, künftig Opfer manipulativer Kampagnen frustrierter Kollegen?
Also, liebe Leserunden-Teilnehmer, aufgepasst. Nicht jede harsche Kritik stammt von einem enttäuschten Leser. Und scheut Euch nicht, Eure eigene Meinung zu vertreten, auch wenn sie konträr sein mag. Gegen echte Kritik ist nichts einzuwenden, wohl aber gegen unfaire Stimmungsmacherei …

26. Mai 2010: Die Lesekonditorei

Während der Recherchen zu meinem aktuellen Projekt stieß ich auf eine Einrichtung, die Anfang des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland Einzug hielt: Die „Lesekonditorei“.
Sammelplatz des geistigen Lebens und von bestimmendem Einfluss auf die öffentliche Meinung. Ort der Literaten und Gelehrten; hier konnte man in den ausliegenden Tagesblättern und kritischen Journalen lesen und deren Inhalte diskutieren. Das Backwerk oder der Kaffee, ausgeschenkt aus silbernen Kannen, verkamen zur Nebensächlichkeit.
Die bekanntesten Lesekonditoreien waren das Café Kranzler oder Spargnapani in Berlin.
Man musste früh kommen, gleich am Morgen, wollte man nicht statt der sehnlich erwarteten neuen Ausgabe eine der zerlesenen des Vortages finden. „Denn die Concurrenz war groß und die List, mit der Einer dem Anderen den Vorsprung abzugewinnen suchte, noch größer. Das kleine Regal, welches alle diese Schätze barg, war stets belagert, und man betrachtete Jeden, der davor stand, als seinen persönlichen Feind.“
(Quelle: Rodenberg, Julius: Unter den Linden. Bilder aus dem Berliner Leben, Berlin 1888)


Hatte man eines der begehrten Exemplare ergattert, so machte man es sich über Stunden bequem, las alles bis zur letzten Seite, während man Kaffee mit Milch aus großen Tassen („anzusehen wie die Bowlen oder die Kübel“) trank. Später wurde das Gelesene zuweilen hitzig erörtert und in Gesprächsrunden so manche Revolution geplant.

Als ich vor wenigen Wochen über die Lesekonditorei twitterte, gab es eine erfreute Resonanz. Ja, so etwas sei ganz wunderbar, so der Tenor, da könne man sich endlich in Ruhe zurücklehnen und bei einer Tasse guten Kaffees ohne die Ablenkungen des Alltags lesen. Besser noch: Eine Buchhandlung müsse es sein, mit angrenzendem Cafe, das wäre ein Traum.
Ein Traum, der in Hamburg längst Realität wurde. Im Stadtteil Hoheluft liegt die Buchhandlung stories! Ein liebevoll gestaltetes Geschäft mit Schmökertisch und Café-Bar, das wegen seiner loungigen Atmosphäre vom Frauenmagazin „Madame“ zu einer der besten Buchhandlungen Deutschlands gekürt wurde. Dort kann man in aller Ruhe in den Büchern stöbern, zwischen verschiedenen Kaffeeköstlichkeiten wählen und mit den BuchhändlerInnen oder anderen Gästen den neuesten Klatsch aus der Literaturszene austauschen. Wer den Kaffee später an geeigneter Stelle wieder entlassen möchte, wird überrascht feststellen, dass selbst auf dem stillen Örtchen eine umfangreiche Auswahl literarischer Impressionen bereit liegt.
Politische Ränke hingegen schmiedet man heutzutage ohnehin öffentlich, für alles andere gibt es gute Freunde oder Twitter.

5. Mai 2010: Gegen das Vergessen

Erinnert Ihr Euch noch daran, wie die Stadt Bingen unter der Belagerung der Schweden zu leiden hatte? Ja?

 

Ich nicht. Woher auch. 1632 war weit vor meiner Zeit, Informationen gab es bestenfalls in den Geschichtsbüchern der Schule.

 

Damit wir die Geschichte unserer Vorväter nicht vergessen, gibt es Archive, in denen riesige Schätze lagern. Urkunden, Bücher, Briefe und Karten vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Zeugen der Vergangenheit, derer sich auch Wissenschaftler und Forscher bedienen, um Geschichte begreifbar zu machen.

 

Archive sind wunderbare Quellen. Autoren historischer Romane benötigen authentische Texte, wenn sie dem Leser nicht nur eine gute Geschichte, sondern auch einen anschaulichen Hintergrund vermitteln wollen.

 

Meine bevorzugte Quelle ist die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, die eines der umfangreichsten Archive Deutschlands besitzt. Für „Pergamentum“ habe ich annähernd 200 Bücher ausgeliehen. Abgesehen von den alten und kostbaren Dokumenten, die man nur an einem speziellen Arbeitsplatz sichten darf.

 

Um so furchtbarer war die Nachricht vom Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März des vergangenen Jahres. Historische Schätze unermesslichen Wertes wurden in die Tiefe gerissen, viele Dokumente sind für immer verloren. Archivare und Restauratoren werden noch über Jahre damit beschäftigt sein, geborgene Teilstücke zuzuordnen und wieder zusammenzufügen.

 

Ein Jahr nach dem Unglück rief der Autorenkreis Quo Vadis zu einer Sternenlesung auf. In ganz Deutschland lasen Autoren historischer Romane für den guten Zweck: Alle Einnahmen gehen als Spende an das Kölner Stadtarchiv zur Rettung der Archivalien. Die letzte Lesung fand am 29. April in Hamburg statt. Gemeinsam mit acht Kolleginnen und Kollegen las ich im Stavenhagenhaus, einem ehrwürdigen Gebäude aus dem Jahre 1703 im Stadtteil Groß Borstel.
(Einen Zusammenschnitt findet Ihr im Video am Ende des Artikels.)

 

Es ist vielleicht nur ein kleiner Beitrag, den ich hier leisten konnte. Die Kosten der Restaurierung wird auf 500 Millionen Euro geschätzt, weit mehr als Lesungen sämtlicher historischer Autoren der Welt je zusammentragen könnten. Aber es gibt mir ein gutes Gefühl, aktive Anteilnahme und Hilfsbereitschaft gezeigt zu haben, wenn ich in Zukunft wieder Bücher mit dem Rollkoffer aus der Hamburger Staats- und Universitätsibliothek schleppe, um meinen Lesern die Medizingeschichte des 18. / 19. Jahrhunderts nahe zu bringen.

23. April 2010: Social Media – ein „Must have“ für Schrifststeller?

Du musst bei Facebook sein, heißt es. Auf Twitter und bei Xing. Nutze die Ressourcen des Social Web zur Markenbildung. Vernetze Dich, damit man Dich kennt und irgendwann kennt man auch Deine Bücher.

 

Dass das nicht so ganz stimmt, kann ich täglich auf Amazon sehen. „Pergamentum“, dessen Manuskript namenhafte Verlage in einen Bieterwettbewerb trieb, hat bislang die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllt. Hervorragend bewertet, aber doch quasi unbekannt, will man den Zahlen glauben. Meine Biografie über Hildegard von Bingen hingegen erklimmt seit Monaten die höchsten Plätze. Ist auf Amazon einer der Bestseller im Bereich Biografie. Ohne große Social Media-Befeuerung. Der Schluss, den ich daraus ziehen könnte, wäre: Wozu das alles?

 

Wenn man als Schriftsteller mit Social Media beginnt, sollte man sich vorab fragen, ob man es nur unter Werbegesichtspunkten tun möchte. Wenn ja, sollte man lieber die Finger davon lassen. Wer sich darauf einlässt, verbringt mehr Zeit im Internet, als sich je in barer Münze auszahlen wird.

 

Nüchtern betrachtet: Auch dann, wenn das Werk in Foren und Leserunden mit Begeisterung besprochen wird, ergeben die investierten Stunden gemessen an zusätzlichen Bucheinnahmen einen Lohn weit unterhalb des 1-Euro-Jobs. Zuviel Eigenwerbung wirkt unangenehm und stößt nur auf wenig Gegenliebe. Und, ganz ehrlich, welcher große Bestseller-Autor wurde erst durch Twitter bekannt?

 

Ob sich ein Buch verkauft, entscheiden ganz andere Faktoren. Vorausgesetzt, es ist gut und spannend geschrieben, sind es neben dem ersten Eindruck (Cover, Titel, Klappentext) und dem Werbebudget des Verlages (Buchpräsentationen in vorderster Front kosten ein Vermögen und ist Bestsellern vorbehalten) vor allem die Listung in großen Buchhandelsketten und die Besprechung im Feuilleton. Du bist nicht bei Thalia? Vergiss es. Wer nicht ausliegt, kann nicht gelesen werden und wird daraufhin auch nicht weiterempfohlen. Das ist schade, denn ich bin ein Freund unabhängiger Buchhandlungen, aber selbst diese setzen immer mehr auf namenhafte Autoren, um ihre Existenz zu sichern. Da mag man das Social Web als neuste Errungenschaft hochhalten, auch die User von Twitter, Facebook und Co. reagieren auf Empfehlungen aus dem Real Life.

 

Was also bringt mir Social Media?

 

Viele Autoren hören genau an dem Punkt auf, an dem es spannend wird. Wenn man diese Plattform ernst nimmt, bilden sich Netzwerke, die vor allem eines liefern: Aktuelle Informationen. Social Media ist eine wertvolle Quelle. Man taucht direkt in die Buchbranche ein, versteht die Wünsche der Leser und erahnt kommende Trends.

 

Ein wunderbares Tool sind all die Buchplattformen von Rezensenten und Bloggern. Sie geben direkte Rückmeldungen auf die eigenen Werke. Kommentare, die man in seiner weiteren Arbeit umsetzen kann. Worüber wird gesprochen? Was bewegt die Gemüter? Emotionen sind nichts, was man hier mit Macht beeinflussen kann, ebenso wenig wie das Kaufverhalten. Das ist eine Tatsache. Man kann sich dagegen stemmen oder sich den Stream zunutze machen, ohne sich dabei zu verbiegen. Gerne auch bewusst gegen den Strom schwimmen, dann aber bitte ohne nachträgliche Reue. Manchmal hat selbst das Potential zu einem Hype.

 

Konkret bedeutet das: Habe Spaß am Twittern und Posten, freue Dich über die vielen netten Kontakte, die virtuellen Begegnungen. Bleibe authentisch. Höre zu und setze um. Denn dann, aber auch nur dann, erzielt man einen Gewinn. Und der ist vor allem sozialer Natur.

 

Ihr seid anderer Meinung? Ich lasse mich gerne belehren. Von „Pergamentum“ erscheint ja noch eine Taschenbuchausgabe …Zwinkernd